Was zunächst wie eine technische Erweiterung der Wahrnehmung wirkt, wird im Film zur düsteren Vision einer Gesellschaft ohne Privatsphäre. Persönliche Informationen sind kein geschütztes Gut mehr. Datenschutz, Anonymität und Geheimnisse existieren nicht mehr. Jeder Mensch wird zum „gläsernen Menschen“ – öffentlich lesbar und staatlich überwacht.
Thema und Wirkung
Der Kurzfilm zeigt eine Welt im Datenrausch. Dabei macht eine Kontaktlinse Informationen über Menschen und Umgebung jederzeit verfügbar. Die Hologramme – „Holo“ – wirken wie ein zusätzlicher Sinn. Zugleich schaffen sie neue Sichtachsen auf Überwachung, Kontrolle und soziale Bewertung.
Die dystopische Zukunft des Films wirkt beunruhigend nah: Digitale Transparenz wird mit Sicherheit begründet, persönliche Rechte treten in den Hintergrund. Der Film fragt, wie viel Überwachung eine Gesellschaft akzeptiert, wenn sie ihr als Komfort, Fortschritt oder Schutz verkauft wird.
Damit ist HoloSense – All Eyes on You nicht nur ein technologisches Experiment, sondern auch ein künstlerischer Kommentar zu Datenschutz, Persönlichkeitsrechten und der permanenten mobilen Verfügbarkeit des Menschen.
Entwicklung und Umsetzung
Karim Aloulou, Mira Haack, Jasmin Meziou und Sophie Schweitzer entwickelten das Konzept für HoloSense. Die Produktionsfirma Northdocks GmbH übernahm die professionelle filmische Umsetzung. Dabei forderte der immersive Charakter des Films besondere Lösungen für Kameraführung, Raumwirkung und Schnitt.
Das Mediendom der Fachhochschule Kiel stellte den Film im Rahmen der Digitalen Woche 2018 vor. Außerdem war HoloSense als VR-Erlebnis in einer Ausstellung des Computermuseums zu sehen.
