Im Mittelpunkt stand die Frage, wie öffentlicher Raum zu einem lebendigen Labor für Demokratie werden kann. Der halbgeschlossene Schlosshof wurde vom Durchgangsort zum Aufenthaltsraum: ein Dritter Ort für Austausch, gemeinsames Essen, Zuhören, Diskutieren, künstlerisches Experimentieren und niedrigschwellige Beteiligung.
Nach einem performativen Auftakt am 12. Juni wurde das Projekt Anfang Juli offiziell eröffnet. Über den Sommer hinweg fanden regelmäßig NUKLEUS Mittwochsformate mit Live Sound Listening Sessions und Open-Air-Art-Kino statt. Ergänzt wurde das Programm durch Workshops, Social Dinner, Performances, Installationen, eine Skate Session und die Agora der Demokratie am 20. September.
Das Projekt ist konzeptionell angegliedert an das Projekt NUKLEUS KIEL 2025 –
Künstlerisch performative Strategien im Sinne der Gesellschaftsbildung im öffentlichen Raum
Programm und Formate
Zu den wiederkehrenden Formaten gehörten die Live Sound Listening Sessions in Kooperation mit dem Bunker Club Kiel. Lokale DJs und Soundkünstler*innen gestalteten experimentelle Hörerlebnisse im Schlosshof.
Das Open Air Art Kino zeigte filmische Arbeiten von Studierenden und etablierten Künstler*innen. Projiziert wurde direkt auf die Historische Landeshalle des Kieler Schlosses – die Architektur wurde damit selbst zur Projektionsfläche.
Mit UM:TISCH entwickelte Linea Caspers ein partizipatives Format rund um Essen, Gespräch und Begegnung. Ein Kimchi-Workshop und ein Social Dinner verbanden gemeinsames Kochen mit Austausch über Stadt, Vielfalt und Zusammenleben.
Ein Höhepunkt war die Agora der Demokratie am 20. September. Vereine, Kulturinstitutionen, Stiftungen und Initiativen aus Kiel kamen auf dem Schlosshof zusammen, um Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar und erlebbar zu machen.
Künstlerische Arbeiten
Katrin Fuchs entwickelte mit „Das Demokratische Runde“ eine modulare Szenografie, die den Schlosshof als offenen, gemeinschaftlichen Ort nutzbar machte.
Maxim Lewandowsky zeigte mit „Genuine Dialogue“ eine Soundinstallation, die Zukunftsängste, Künstliche Intelligenz und demokratische Beteiligung miteinander verband.
Anna Wilkens lud mit „Zwischen Räume – Eine Karte der Teilhabe“ dazu ein, Orte der Begegnung und Mitgestaltung in der Stadt sichtbar zu machen.
Linn-Marlene Stäcker zeigte mit „Nichts – Mehr als du denkst – Müde“ großformatige Zeichnungen über Alltag, Innehalten und die Bedeutung scheinbar unspektakulärer Momente.
Annika Larsson präsentierte im Rahmen der Agora der Demokratie die Filmpremiere von „Tremulations“, einer Arbeit über Natur, Technik, militärische Geschichte und sensorische Systeme.
Den Abschluss bildete am 3. Oktober eine multimediale Intervention von Jakob und Paul Spengemann, die den Schlosshof ein letztes Mal mit Sound- und Laserinstallation bespielte.
Idee und Wirkung
NUKLEUS Be my castle zeigte, welches Potenzial im Kieler Schlosshof als öffentlichem Kulturraum liegt. Das Projekt erprobte, wie ein zentraler Ort der Stadt durch Kunst, Design und gemeinsames Handeln neu aktiviert werden kann.
Es ging nicht nur um Veranstaltungen, sondern um eine Haltung: Demokratie braucht Raum, Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege. Genau das machte das Projekt sichtbar – als Einladung an die Stadtgesellschaft, öffentliche Räume gemeinsam zu nutzen, zu gestalten und für eine offene, solidarische Zukunft zu beanspruchen.
